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Toli Sous le Manguier

Parle Ta Part, Et je Reponds Ma Part

 
 
 
 
 
 
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THE X-MAN(2010) THE X-MAN(2010) de GALACTICA a écrit le 11 juillet 2005 à 16h34
@Kamga,

tu as raison le lien n est accessible qu en passant par yahoo.de

j ai d abord voulu t envoyer le texte par mail pour ne pas surcharger le toli, mais je me suis ravisé car il y a bien d autres personnes qui lisent l allemand ici

donc desolé pour la surcharge

d autre part j ai pas remarqué que tu te fais rare car moi je survole simplement le toli et j y suis tres tres rare, je suis plus du coté du forum. je viens ici juste chercher quelques infos que toi et certains donnent ici...
je ne lis jamais les debats. LOL





«Ich wurde wie ein Gott empfangen»
Artur Jorge, ehemaliger Schweizer Nationalcoach, trainiert seit Januar Kamerun. Und erlebt Überraschungen



NZZ am Sonntag: Herr Jorge, wie lebt es sich in Kamerun?

Artur Jorge: Wenn man als Fussballtrainer gewinnt, sind alle zufrieden, und es geht einem überall gut. In Europa genauso wie in Afrika. Mit Kamerun befinde ich mich allerdings in einer delikaten Situation. Bei meinem Amtsantritt hatten wir in der WM- Qualifikation fünf Punkte Rückstand auf Côte d'Ivoire, nun sind es noch zwei. Um uns für die WM 2006 zu qualifizieren, müssen wir Anfang September in Abidjan Côte d'Ivoire schlagen. Das ist nicht einfach.

Ein Scheitern käme einer nationalen Tragödie gleich.

Ja, dem wäre so. Alle lieben in Kamerun den Fussball und vor allem die Nationalmannschaft. Sie ist der Verein des Landes und hilft den Leuten, besser zu atmen. Sie können sich nicht vorstellen, was jeweils vor den Trainings abläuft. Alle sind im Stadion und wollen mit den Spielern sprechen. Also müssen wir warten, bis jemand nach einiger Zeit für Ordnung sorgt. Der Fussball hat in Kamerun die Bedeutung einer Religion.

Demnach müssten Sie sich wie eine Art Gott fühlen.

Nein. Ich möchte lediglich helfen, mit einigen neuen, jungen Spielern eine starke Nationalmannschaft zu formen. Das Land verfügt über ein aussergewöhnliches Reservoir an Talenten, die man oft gar nicht kennt, weil sie irgendwo auf der Welt verstreut sind. Die Knaben machen mit dem Ball Sachen, zu denen ein Europäer gar nicht fähig ist. Sie spielen in den Städten, in den Dörfern den ganzen Tag Fussball - wie wir früher in Portugal. So etwas sieht man heute in Europa nicht mehr. Das ist vorbei.

In einer Internet-Umfrage sprachen Ihnen 72 Prozent der Teilnehmer das Vertrauen aus. Sie scheinen in Kamerun willkommen zu sein.

Ja, ich glaube schon. Auch wenn ich mich nicht so fühle: Ich wurde bei der Ankunft wie ein Gott empfangen.

Sie erleben demnach das Gegenstück zu Ihrem Schweizer Intermezzo.

Das kann man sagen. Die Schweiz ist ein spezielles Land, das wusste ich, als ich 1996 Nationaltrainer wurde. Ich lernte aber ein sehr, sehr spezielles Land kennen.

Was ist denn so speziell?

Der Fussball hat in der Schweiz keine grosse Bedeutung. Zudem gibt es, wenn man dem so sagen kann, vier verschiedene Nationalitäten mit der Konsequenz, dass die einen immer gegen die andern sind. Damit hatte ich nicht gerechnet. Zudem war ich zuvor in Portugal und Frankreich tätig, das erwies sich für die andern als kompliziert.

Für welche andern?

Die aus dem Norden, aus Zürich. Aber das ist nun vorbei, überstanden und vergessen. Auch wenn ich nie vorher und nie nachher etwas Ähnliches erlebt habe. Der «Blick» hatte mit meinem Vorgänger (Roy Hodgson - die Red.) ein Päckchen geschnürt. Dieser trainierte einen italienischen Klub, ich weiss nicht mehr, welchen (Inter Mailand - die Red.), und wäre gerne im Nebenamt mit der Schweiz an die Europameisterschafts-Endrunde nach England gefahren. Man machte alles, um mir wehzutun. Was geschehen ist, war schlecht für alle: für mich, die Spieler und den Schweizer Fussball.

Die grössere Gefahr als die Medien sind in Kamerun die Politiker. Mit wem haben Sie den Vertrag unterzeichnet? Mit dem Fussballverband oder dem Sportministerium?

Mit beiden.

Und wer bezahlt Sie?

Da habe ich keine Ahnung.

Und man lässt Sie in Ruhe arbeiten?

Der Sportminister hat bei meiner Amtseinsetzung versprochen und betont, weder er noch der Fussballverband würde sich in meine Arbeit einmischen. Ich kann in Kamerun arbeiten wie anderswo auch. Wäre das einmal nicht mehr der Fall, würde ich umgehend abreisen.

In der Öffentlichkeit wirken Sie oft schüchtern und introvertiert, wenn sich viele Leute um Sie scharen, erscheinen Sie gehemmt. Können Sie sich in einem archaischen Land wie Kamerun, wo die Leute keine Berührungsängste kennen, überhaupt wohl fühlen?

Sicher wäre mir manchmal mehr Zurückhaltung lieber. Vor zwei Jahren hatte ich mir vorübergehend den Schnauz abrasiert, plötzlich erkannten mich die Leute nicht mehr. Stellen Sie sich vor: Ich konnte unerkannt durch Lissabon flanieren. Das war wunderbar. Ich habe aber auch in Kamerun noch immer genug Zeit für mich, kann lesen und Musik hören, mit meinen Freunden diskutieren.

Und wie steht's mit Ihrer poetischen Ader: Schreiben Sie noch Gedichte?

Heute nicht mehr. Das war einmal, das geht nicht mehr. Heute schreibe ich persönliche Sachen für mich. Doch das hat keine grosse Bedeutung.

Afrika mit seinen Farben und seiner Mystik müsste Sie eigentlich inspirieren.

Afrika inspiriert mich in einer andern Art. Mit 18 Jahren, zu Beginn meiner Karriere in Portugal, absolvierte ich mit Academica de Coimbra in Angola und Moçambique eine Tournee. Wir verbrachten je einen Monat in den beiden ehemaligen portugiesischen Kolonien; ich war von deren Schönheit überwältigt. Vielleicht habe ich damals Afrika zu lieben begonnen. Diesen Kontinent, der sich so grundlegend von Europa unterscheidet. Das Klima ist anders, die Menschen sind anders - sie lieben den Fussball. Afrika ist ein grosser, wunderschöner Kontinent mit phantastischen Leuten, aber vielen, seit je bestehenden Problemen.

Sie haben in Coimbra an einer linken Universität studiert, sich gegen die Diktatur aufgelehnt und wollten mit Ihren Freunden die Welt verbessern. Wie stark belasten Sie die Armut und Perspektivenlosigkeit der Leute in Kamerun?

Früher, als man jung war, dachte man anders, schaute die Welt mit andern Augen an als heute, im fortgeschrittenen Alter. Wenn man heute ein wenig um sich blickt . . .

. . . kommt man zu welchem Schluss?

Dass die Welt so ist, wie man sie sich vorgestellt hat; dass das eingetreten ist, was man vor 30, 40 Jahren gedacht hat. Wenn ich Zeitungen lese oder Fernsehen schaue, bin ich ein bisschen enttäuscht. Ich glaube, wir alle sind ein wenig enttäuscht.

Ihr Starspieler Samuel Eto'o soll bei Barcelona künftig vier Millionen Euro pro Jahr verdienen, anderseits können viele Junge in Kamerun nicht Fussball spielen, weil den Vereinen und Schulen das Geld für Bälle fehlt. Wie fühlt man sich als Teil dieses absurden Systems?

Was soll ich machen? Die Spieler nehmen, was man ihnen gibt. Für eine öffentliche Person wie mich ist es schwierig, über solche Sachen zu sprechen. Ich möchte mich zudem nicht wie so viele Europäer in Afrika als Besserwisser aufspielen.

Seit Ihrem Amtsantritt werden Sie rund um das Nationalteam aber Änderungen und Anpassungen vorgenommen haben.

Sicher. Oft kann man allerdings erst nach erfolgter Überraschung korrigierend eingreifen. Vor dem Libyen-Spiel etwa hielten wir eine Pressekonferenz ab, wie ich sie noch nie erlebt hatte. Im Saal befanden sich 200 bis 300 Leute, vorne am Tisch sassen um mich herum ein gutes Dutzend Personen, die ich zum Teil nicht kannte, das Theater dauerte anderthalb Stunden. Ein böses Erwachen gab es auch vor dem ersten Training im Stadion von Yaoundé, als wir kniehohen Rasen vorfanden. Manchmal ist es schwierig, nicht den Kopf zu verlieren. Die Afrikaner verfügen über ausserordentliche Fähigkeiten, holen aber nicht immer das Optimum aus ihren Möglichkeiten heraus.

Interview: Andreas Kopp






Pendler zwischen zwei Kontinenten
Artur Jorge trainiert seit Januar als Nachfolger Winfried Schäfers das Fussballnationalteam Kameruns, das seit 1990 an jeder WM teilnahm. Vom Portugiesen wird die WM-Qualifikation 2006 erwartet. Zwei Runden vor Schluss der WM-Kampagne liegt Kamerun in der Afrika-Gruppe 3 zwei Punkte hinter dem führenden Côte d'Ivoire. Das Jorge-Team muss noch beim Leader und gegen Ägypten (3. Rang) antreten. Für die WM qualifiziert sich nur der Gruppensieger. Der 59-jährige Jorge wohnt in Yaoundé und in Lissabon. Als Schweizer Nationalcoach und Hodgson- Nachfolger wurde Jorge Opfer einer «Blick»-Kampagne. Nach einem halben Jahr verliess er die Schweiz Ende Juli 1996 und übernahm Portugals Nationalteam. Danach wirkte er bei Teneriffa, Vitesse Arnhem, PSG, Al Nasr (Saudiarabien), Al Hilal (Saudiarabien; Meister), Academica de Coimbra und ZSKA Moskau (Gewinn des Supercups). Jorges grösste Erfolge als Trainer (Meistercup mit Porto 1987, Meister mit PSG 1994) liegen zehn und mehr Jahre zurück. (ako.)
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